Der Historiker Rudolf Wagner und seine Geschichte

 

2014, habe ich mit ein Historiker in Bad Kissigen über Bukowina gesprochen. Damals hat er mir etwas merkwürdig gesagt, dass Bukowina keine Elite hat. Ist es wahr?  Ich habe ihn damals mehrere Beispielen gegeben. Ich gebe Ihnen heute nur ein einziger:  Rudolf Wagner. Der Historiker Rudolf Wagner wurde am 18. Juli 1911 in Duliby bei Stryj geboren. Er wuchs im Stryj und im bukowinischen Gurahumora auf, das nach dem ersten Weltkrieg an das Königreich Rumänien fiel. Er studierte ab 1930 an der Czernowitzer Francisco-Josephina, der er mit vielen profunden Studien und auch als leidenschaftlicher Verbindungsstudent immer verbunden blieb, und nach rumänischem Militärdienst von 1934-1938 in Marburg wo er in Philosophie und Volkskunde zum Dr. phil. Promoviert wurde. Es schloss sich eine Tätigkeit als Assistent am Berliner Osteuropa-Institut an. Von September bis November 1940 gehörte er als Stadtführer dem Umsiedlungskomando für die Buchenlanddeutschen  in Czernowitz an, nachdem die Nord-Bukowina von annektiert worden war. Schließlich folgten Kriegsdient und britische Gefangenschaft, aus der er im August 1945 zurückkehrte und eine Bleibe in Bayern fand.

Er stellte sich sogleich in den Dienst  der Zuerst umgesiedelten und bei Kriegsende vertriebenen Buchenlanddeustchen, anfangs als Geschäftsführer des Hilfskomitees der evangelischen Umsiedler aus der Bukowina, schließlich ab Oktober 1949 als Gründungsmitglied und erster Sprecher seiner Landsmannschaft, der er bis 1975 blieb. In dieser Eigenschaft gehörte Rudolf Wagner auch zu den dreißig Unterzeichnern der Charta der deutschen  Heimatvertrieben vom 5. August 1950. In den 50er Jahren übernahm er auch über seinen landsmannschaftlichen Bereich hinaus  Verantwortung als Stellvertreter im Vorsitzt der Vereinigten Ostdeutschen Landsmannschaften (VOL) bzw. des Verbandes der Landsmannschaften (VdL).

Heute möchte ich diese Biographie entdecken und schreiben. Das ist heute notwendig.  Das Forschung ist wichtig weil Rudolf Wagners Biographie zeigt den Weg des östlichen Deutschen ab eine Diktatur bis eine Demokratie und ihre Erfahrung in Deutschland vor aber auch nach dem Zweiter Weltkrieg. Als Abgeordneter des bayerischen Landtages für den Gesamtdeutschen Block/BHE von 1954 bis 1958 gehörte er zu denen, die gesetzgeberisch und politisch maßgebend den Rahmen für die geglückte wirtschaftliche  und gesellschaftliche  Eingliederung der Vertriebenen in Deutschland schufen. Rudolf Wagner hat viele Büchern geschrieben über Ostdeutschen und insbesondere über Galizien und Bukowina. Seinen Erfahrung und Tätigkeit sind heute wichtige Quelle für die Historiker. Ich gebe Ihnen nur drei Beispielen, Rudolf Wagner, Die Bukowina und ihre Deutschen, Wien 1979; Spuren der deutschen Einwanderung in die Bukowina vor 200 Jahren – Grenzschutz und Adel in österreichischer Zeit, Verlag Der Südostdeutsche, München, 1983; Die Revolutionsjahre 1848/1949 im Königreich Galizien-Lodomerien (einschließlich Bukowina). Dokumete aus österreichischer Zeit, Verlag Der Südostdeutsche, München, 1983.

Rudolf Wagner ist in 2004 gestorben.

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