Was bedeutet die Präsidentschaft von Klaus Johannis aus der Sicht rumänischer Intellektueller?

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Ich möchte meinen Vortrag mit einer kleinen Geschichte beginnen. Sie handelt im Mai 2014. Es war in der Zeit des Europawahlkampfs. Ein Freund aus Klausenburg/Cluj hatte mich eingeladen zu einer Tagung über Wirtschaft und Politik vor Geschäftsleuten zu sprechen. („Inovaţie şi dezvoltare a mediului de afaceri clujean“).
Als Historiker und Politikwissenschaftler habe mich gefragt: Was kann ich über die Beziehungen zwischen der Politik und der Wirtschaft sagen?

Einige Tage zuvor, am 16. Mai 2014, war ich bei der zur Präsentation des Europawahlprogramms der PNL (Partid National Liberal/Nationalliberale Partei Rumäniens) durch Klaus Johannis, damals noch Vizepräsident dieser Partei. Johannis nutzte die Gelegenheit die Grundsätze der Steuer- und Wirtschaftspolitik seiner Partei vorzustellen.

In seinem Vortrag hat er zwei Visionen geäußert: Die erste: In Rumänien soll die Mittelschicht 50 % erfassen. Gegenwärtig zählen zu dieser Schicht lediglich 20 % der rumänischen Gesellschaft. Johannis sagte, daß dieses in nur vier Jahren möglich sei. Würde er das heute noch genauso sagen?

Zweitens: Auf der Rangliste des World Economic Forum findet sich Rumänien auf Platz 80 wieder. Klaus Johannis hat sich zum Ziel gesetzt, daß Rumänien in vier Jahren 20 Plätze höherklettern kann. Gegenwärtig befinden sich Länder wie Vietnam (Platz 66), Slowenien, Polen, Ungarn, Georgien, Armenien und sogar Bulgarien vor Rumänien.
Auf der Veranstaltung in Klausenburg habe ich gesagt, daß in diesen zwei Zielen ein umfassendes Konzept einer Wirtschaftspolitik steckt. Eine neues Projekt für eine neue Regierung.

Im Nachhinein wird ganz deutlich, daß Klaus Johannis hat sich zukünftiger politischer Hoffnungsträger für Rumänien vorgestellt hat. Das Ereignis war eine Übung für seinen Weg von der Lokal- zur nationalen und gesamtstaatlichen Politik. Ich habe über die Vorstellung der Wirtschaftspolitik in meinem persönlichen Blog geschrieben.

Leider hat damals kein bekannter rumänischer Intellektueller Johannis ernst genommen. Die PNL hat ihn seit 2009 natürlich unterstützt und vorgeschoben, versucht ihn zum Minister oder Regierungschef zu machen, aber das waren nicht besonders chancenreiche, eher taktische und letztlich gescheiterte Versuche.
Ich habe damals Johannis beobachtet, wie er ein Vorbild für andere Politiker sein kann, insbesondere für die politisch interessierte Jugend.

Nach dem 1. Juli 2014, als Klaus Johannis auf dem Parteitag der PNL zu deren Präsident gewählt worden war, wurde er auch von den rumänischen Intellektuellen als Newcomer wahrgenommen.

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Nach diesen einleitenden Worten, komme ich zu dem mir gestellten Thema zurück. Als ersten Intellektuellen, möchte ich Ihnen jemanden aus meiner Universitätsstadt Klausenburg vorstellen: Adrian Papahagi.
Papahagi ist Professor an der Babeş-Bolyai-Universität. Er unterrichtet englische Sprache und Literatur des Mittelalters. Er ist 39 Jahre alt und ist besonders aktiv auf seiner persönlichen Facebook Seite. Er schrieb am 2. Februar 2015 folgendes: „Es ist ganz klar: Klaus Johannis hat die Wahl gewonnen, dank unserer Agenda, dank der reformorientierten Intelligentia. Wir waren an den Barrikaden des Rechtsstaates, die PNL aber nicht.[ …]Wir haben ein Museum des Kommunismus gefordert, als die PNL einem solchen Projekt widersetzt hat. […]Wir haben Prinzipen/ethische Grundsätze eingefordert, als die PNL noch von Fenechiu, Vosganian und Chiuariu geführt wurde.[…] Es muß gesagt werden: Ich freue mich, daß der Präsident Rumäniens sich bei diesen Ideen bedient und sie umsetzen möchte. Ich bin sicher, daß diese Ideen Zeit brauchen, um in das kollektive Bewußtsein einzudringen. Und erst wenn sie sich im Volk festsetzten, werden sie auch die Leitlinien für die Politiker. Als Hundertausende Rumänen sich vor den Toren der Botschaften gedrängt haben, haben alle erschüttert verstanden, warum eine Wahl aus der Entfernung notwenig ist: Nicht daß Bachonschi in Paris stiehlt, sondern daß Dragnea in Teleorman nicht mehr stehlen kann.“

„Să fie clar: Klaus Iohannis a câștigat pe agenda noastră, a intelectualității reformiste. Noi eram pe baricadele statului de drept pe când PNL nu era. […] Noi făceam proiectul Muzeului Comunismului pe când PNL se opunea. Noi ceream criterii etice în partide pe când PNL era condus de alde Fenechiu, Vosganian și Chiuariu. […]Acestea fiind spuse, m-ar bucura că Președintele României să ducă la capăt ideile care atunci n-au prins. Sunt conștient că și ideile au nevoie de un timp de gestație în mentalul colectiv. Și că abia când prind în popor devin imperative și pentru politicieni. Când sute de mii de români s-au înghesuit la porțile ambasadelor, au înțeles toți, cu cutremur, de ce e nevoie de vot la distanță: nu ca să fure Baconschi la Paris, ci ca să nu poată fura Dragnea în Teleorman.“

Am 23. Februar 2015 schreibt Adrian Papahagi auf Facebook: ,,Ich habe in der zweiten Wahlrunde Klaus Johannis gewählt. Ich bin zwischen dem 2. und 16. November vier Mal auf die Straße gegangen, um gegen Ponta zu demonstrieren“. Neben Monica Macovei [eine frühere Justizministerin und derzeitige Europaparlamentarierin, die im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen als parteilose Kandidatin ausgeschieden ist] planen wir eine politische Alternative rechts von der PNL. Unsere Pflichtaufgabe ist patriotisch. Die historischen Parteien in Europa sind erodiert: in Italien (nach „mani pulite“), aber auch in Griechenland oder dem heutigen Frankreich. Der Kernpunkt ist, daß der freie Platz nicht von den Extremisten eingenommen werden soll, von populistischen Parteien wie Syriza, Front National oder Podemos sondern von demokratischen und reformorientierten Parteien, wie wir eine schaffen wollen. Daher hoffe ich, daß Herr Johannis die korrupten Funktionäre aus der PNL nicht schützt, er die Unabhängigkeit der DNA [Direcţia Nationala Anticoruptie/Nationale Antikorruptionsbehörde] und des SRI [Servicul Român de Informaţii/Inlandsgeheimdienst], damit diese ungehindert für die Säuberung der politischen Eliten arbeiten können. Es wäre verheerend, wenn wir nur dem Kampf zwischen den zwei politischen Lagern und den Geheimdiensten assistieren würden.“

„L-am votat pe Klaus Iohannis în turul II, am ieșit de 4 ori în stradă împotriva lui Ponta între 2 și 16 noiembrie. Cu toate acestea, pregătesc alături de Monica Macovei alternativă de dreapta la PNL. Datoria noastră este patriotică. Ați văzut eroziunea partidelor tradiționale corupte în Italia, după mani pulite, dar și în Grecia sau Franța de azi. Esențial este ca locul gol să nu fie ocupat de partide extremiste, populiste, ca Syriza, Front Naţional sau Podemos, ci de partide democratice și reformiste precum încercăm noi să construim. Sper de asemenea ca dl. Iohannis să nu protejeze corupții din PNL, să fie garantul independenței DNA și SRI, iar acestea să lucreze imparțial pentru curățirea clasei politice. Ar fi sinistru să asistăm doar la o luptă între două tabere din politică și servicii.“

Papahagi ist von Tag zu kritischer geworden. Er ist zunehmend unzufriedener mit der Politik und dem Vorgehen von Klaus Johannis. Am 3. März schreibt er: ,,Herr Johannis ist nicht dank eines klugen Wahlkampes von Mihalache und Gorghiu, auch nicht aufgrund der Vereinbarung zwischen Hellvig und Coldea Präsident geworden, auch wenn die Politikberater das glauben. Herr Klaus Johannis verdankt sein Amt Hunderttausenden Rumänen, die in der Diaspora zur Wahl gegangen sind; Zehntausenden, die in Klausenburg und anderen Städten auf die Straße gegangen sind; Millionen, die sich von der Dreistigkeit Pontas und von dem Aufbruch der Jugend im Lande und im Ausland zur Teilhabe an der Wahl bewegen ließen. Herr Johannis steht in der Schuld gegenüber diesen Millionen Rumänen im Lande und auswärts. Er darf den Kampf nicht aufgeben bis das im Parlament ein Wahlgesetz verabschiedet wird, welches die Briefwahl und die Abstimmung im Netz möglich macht. Er hat die Pflicht seine Partei – die PNL – zu drängen parlamentarische Kommissionen einzurichten, die eine Wahlrechtsreform auf den Weg bringen, damit die Regierung und die Parteien sich bewegen, ähnlich wie es Traian Băsescu gehandhabt hat.“

„Domnul Klaus Iohannis nu a fost făcut președinte de genială campanie a lui Mihalache și Gorghiu, nici de discuțiile lui Hellvig cu Coldea, deși politrucii poate cred asta. Domnul Klaus Iohannis își datorează mandatul sutelor de mii de români care au mers la vot în diaspora, zecilor de mii care au ieșit în stradă la Cluj și în alte orașe, milioanelor care, revoltați de ticăloșia lui Ponta și motivați de mobilizarea tinerilor din țară și din diaspora, au ieșit la vot. Domnul Klaus Iohannis are o imensă datorie față de aceste milioane de români din țară și din diaspora. Nu are dreptul să se dea bătut până când votul prin corespondență ȘI CEL ELECTRONIC nu vor fi votate în parlament.Are obligația să își împingă partidul – PNL – de la spate, să creeze, ca Traian Băsescu, comisii parlamentare care să elaboreze reforma electorală, dacă guvernul și partidele nu se învrednicesc.”

Am 25. März, schreibt Adrian Papahagi, auch wiederum auch Facebook: „Diesen Johannis, den wir im November gewählt haben, ist der ein lebendiger Mensch oder hat er nur eine Facebook-Seite, wo sich jeden Tag ebenfalls ein Mihalache äußert? Was zum Teufel haben wir für einen Präsidenten gewählt oder haben wir ein ‚Gefällt mir’ an die Facebook-Seite des Mihalache, der Klaus Johannis heißt, geschickt?

„Iohannis ăsta pe care l-am votat în noiembrie e în stare să aibă o poziție de om viu, sau se limitează la un cont de Facebook unde mai scrie din când în când Mihalache? Ce naiba, am votat un președinte, sau am dat un like la pagina de Facebook a lui Mihalache numită Klaus Iohannis?”

Ab dem 25. März sind die folgenden Meinungäußerungen Papahagis gegenüber Klaus Johannis nicht freundlichen und nicht wohlwollender. Deshalb ist es ist besser nach diesem letzten Zitat von Papahagi uns einem zweiten Intellektuellen zuzuwenden: Andrei Pleşu.

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Es ist gewiß, dass man zu dem Thema viel sagen kann. Vielleicht werden demnächst über die Präsidentschaft von Johannis Doktorarbeiten in Politikwissenschaft geschrieben.
Andrei Pleşu, Philosoph und Kunsthistoriker, war Kulturminister, Außenminister, Gründer der Zeitschrift „Dilema“ und des New Europa College sowie Ratgeber für en ehemaligen Präsidenten Băsescu. Am 17. Oktober 2014 schrieb er in der Zeitung Adevarul (Die Wahrheit):

„Ich werde in beiden Wahlgängen für Herrn Johannis stimmen. Und nicht nur weil er in den Meinungsumfragen besser abschneidet. Ich finde an ihm genug Vorzüge, damit er die Hintergrundgeräusche der Politik nach den Wahlen verändern wird. Ich habe genug von den bauernschlauen [Clampantori], den demagogischen Ränkespielen und den billigen Versprechungen eines Paradieses. Ich will einen anderen Stil! Eine andere Musik! Oder gar keine Musik! Ich wette darauf, daß nüchtern und unspektakulär ein Diskurs aufgenommen wird, und wir aus dem Schmutz und Dreck, in welchem wir uns in den letzten 25 Jahren eingerichtet haben, befreien. […] Wie die Dinge stehen, ist es der einzige vernünftige Weg zweckmäßig zu wählen, ist die Möglichkeit gegen Ponta zu stimmen. Aus Meinungsumfragen wissen wir, daß diese Möglichkeit einzig von Johannis verkörpert wird. Ich weiß natürlich, was die Leute mir sagen werden: 1) „Vernünftige Kriterien“ „zweckmäßige Wahl“! Ah, was für häßliche Worte! Wo ist der Traum, wo ist das Märchen, wo der Sternenhimmel. 2) Meinungsumfragen? Wie sicher sind diese? Alle! Warum sollten wir sie ernst nehmen?! Sehr gut! Nehmen wir sie nicht ernst! Aber wir werden das Endergebnis der Wahlen zur Kenntnis nehmen müssen, welches auf der Auszählung (dem Messen der Stimmen?) beruht“.

In die Artikel des Plesu, gibt es nicht nur ein Parr Grude nur fur sich, als ein einziger Wahler, aber gibt es auch Grunde fur die andere Leute die sie wiesen nicht noch mit wenn und warum zu wählen. Das Artikel erzelt uns eine Wirklichkeit die nicht sehr schones ist.

„Voi vota, în ambele reprize, cu dl Iohannis. Şi nu numai pentru că e mai bine plasat în sondaje. Îi găsesc suficiente calităţi ca să schimbe sunetul de fond al perioadei postelectorale. M-am săturat de clămpănitori şmecheri, de tirade demagogice, de platitudini paradiziace. Vreau alt stil! Altă muzică! Sau nici o muzică! Pariez pe laconismul decent, pe discursul nespectaculos, pe refuzul de a intra în bălăcărela în care ne sufocăm de peste 20 de ani“. […] „Aşa stînd lucrurile, cred că singurul criteriu raţional al unui vot util este potenţialul lui efect anti-Ponta. Din sondaje, rezultă că acest potenţial îi revine dlui Iohannis. Ştiu, desigur, ce mi se va reproşa: 1) „Criteriu raţional“, „vot util“! Ah! Ce vorbe urîte! Unde e visul, unde e basmul, unde stelele? 2) „Sondaje?“ Dar sînt măsluite! Toate! De ce le-am lua în serios?! Foarte bine! Să nu le luăm! Dar nu vom putea să nu luăm în serios rezultatul final al alegerilor, obţinut tot pe bază de numărătoare (măsluită?)“.

Ein anderer Artikel von Andrei Pleşu erschien am 3. Oktober 2014 in derselben Zeitung:

„Es gibt einen Großwahlkampf, ein Schaukampf. Soviel wir sehen können. Alle Welt sieht, daß es kein ehrlicher Wettbewerb über Weltanschauungen, Projekte und Kompetenzen. Es ist eine einfacher Revierkampf. Noch nie ist man so tief in den Wahlschlamm gestoßen. Selbstverständlich, wer es in der Hand hat durch die Kräfte der Umgebung [???.] Aber es existiert auch ein kleiner Wahlkampf: die persönliche Bewegung, die Unterstützung durch unbekannte Förderer, welche ihre Meinungen verteidigen und die Fehler der Gegenkandidaten festhalten […].“

„Există „macro-campania”, bătălia la vedere. Atîta cîtă e. Toată lumea îşi dă seama că nu e o întrecere cinstită, pe doctrine, proiecte şi profesionalism. E un simplu caft de cartier. Niciodată nu s-a coborît atît de jos în materie de ‘oceduri’ electorale.
Şi, evident, cine e, prin forţa împrejurărilor, la butoane are la îndemînă şi o colecţie de ciomege pe măsură. Dar există şi o micro-campanie: vînzoleala privată, anonimă, a diferiţilor suporteri, care îşi apără opţiuniile şi inventariază defectele „contra-candidaţilor” […]

Das ist der Andrei Pleşus Stil. Er spricht wie ein Großvater oder ein Lehrer vor seinen Schülern. ,,Dieser kleine Wahlkampf ist gleichzeitig lächerlich und feinfühlig. Lächerlich, weil er die Situation im Lande nicht verändern kann. Niemand kann einen anderen überzeugen sein Stimmverhalten zu ändern. Alle sind „gefangen“ von ihren eigenen Überzeugungen und stellen sie stets zur Schau, wenn sich dazu eine Gelegenheit ergibt. Die Auseinadersetzung ist andrerseits lächerlich, weil sie einen Hauch unschuldiger Utopie, einen Hofnungsschimmer enthält. Jeder Mensch glaubt, daß er 100%-ig Recht hat und sein ‚Wähler’ den Wettbewerb gewinnen werde. Oder er es zumidestens verdient hat zu gewinnen…“

„Această micro-campanie e, în acelaşi timp, rizibilă şi înduioşătoare. Rizibilă, pentru că nu schimbă cu nimic situaţia statistică din teren. Nimeni nu convinge pe nimeni să-şi modifice votul. Toţi sunt „încremeniţi” în argumentele proprii şi le pun pe masă ori de cîte ori au prilejul. Disputa e, spuneam, şi înduioşătoare, pentru că atestă un soi de inocenţă utopică, un soi de delir al speranţei. Fiecare crede că are sută la sută dreptate şi că „alergătorul” lui va cîştiga cursa. Sau că ar merita să o cîştige…“

„Ich wünschte mir etwas mehr Gleichgewicht, mehr Herzlichkeit, mehr Humor, und – ja – mehr Realismus in unserer Wahlkampfstrategie. Ich schreibe das Artikel am Samstag, 1. November. Morgen gehen ich zur Wahl. Ich wähle Johannis. Ohne große Illusionen, ohne göttliche Erwartungen. Ich werde mich nicht über diejenigen ärgern, die für jemand anderen stimmen werden. Aber, um ganz ehrich zu sein, ich würde für diejenigen kein Verständnis haben, die für Victor Ponta stimmen werden. Sein Stil seinen Sieg vorzubereiten, mit großen Bestechungssummen, mit Versprechungen von Marktverkäufern, mit durch die rumänische Post verbreitete Lügen, Anbiederungen an die Rumänische Orthodoxe Kirche und dem Versuch an patriotische Gefühle zu appellieren, zeigen ein beispiellosen Charakter, dem jeglicher Skrupel fehlt. Aber wenn er gewinnt, dann haben wir ihn verdient! Früher oder später werden wir von alleine entdecken, daß wir (zum wievielten Male?) betrogen worden sind….“

„Mi-aş dori doar ceva mai mult echilibru, mai multă cordialitate, mai mult umor şi, da, mai mult realism în modul nostru de a ne construi strategiile electorale. Scriu acest articol sîmbătă, 1 noiembrie. Mîine merg la vot. Voi vota Iohannis. Fără iluzii maximaliste, fără idolatrie. Nu mă voi supăra pe cei care vor vota pe altcineva. Dar aş fi nesincer să spun că voi privi cu înţelegere pe cei care îl vor vota pe Victor Ponta. Modul lui de a-şi pregăti victoria, cu bacşişuri grosolane, promisiuni de tîrgoveţ viclean, minciuni distribuite prin Poşta Română, cochetării ipocrite cu Biserica şi „valorificări” josnice ale sentimentului naţional, denotă un caracter grav fisurat şi o lipsă de scrupule fără precedent. Dar dacă va cîştiga, îl vom merita! Şi nu va fi nevoie să-i bombăn eu pe suporterii săi. Mai devreme sau mai tîrziu, vor descoperi singuri că au fost (a cîta oară?) păcăliţi…’’

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Nach Andrei Pleşu komme zu einem weiteren Intellektuellen: Stelian Tănase. Nach einem Studium der Philosophie an der Bukarest Universität, welches er 1977 beendet hat, wurde er Schriftsteller. Nur einer seiner drei Romane, die er vor 1989 geschrieben hatte, konnte jedoch erscheinen. Die Romantitel lauten: „Luxul melancoliei“; „Corpuri de iluminat“; sowie Essays „Ora oficiala de iarna“ sowie Tagebücher 1986-1990. Tănase war in der Revolution aktiv und ist seither eine bekannte öffentliche Person.

Er war der erster Präsident der Gruppierung für gesellschaftlichen Dialog (Grupului pentru Dialog Social), welche am 31. Dezember 1989 von Călin Anastasiu, Gabriel Andreescu, Dan Arsenie, Radu Câmpeanu, Magda Cârneci, Mariana Celac, Andrei Cornea, Mircea Dinescu, Radu Filipescu, Thomas Kleininger, Gabriel Liiceanu, Alexandru Paleologu, Dan Petrescu, Andrei Pleșu, Dan Oprescu, Anca Oroveanu, Mihai Șora, Alin Teodorescu, Sorin Vieru gegründet worden ist. Diese Gruppe gab die Zeitschrift „22“ heraus, neben „Dilema“ ein wichtiges Leitmedium der rumänischen Intellektuellen der Nachwendezeit. Tănase war auch deren erster Chefredakteur.

1991 wurde er Gründungsmitglied des „Partidul Aliantei Civice“ (PAC), der Partei der Bürgergesellschaft. Bei den Parlamentswahlen ein Jahr später wurde er Abgeordneter dank eines Wahlbündnisses der PAC mit der Convenţia Democrata, Demokratische Konvention. 1996 stieg er aus der Parteipolitik aus. Er hat sich mit der Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit beschäftigt und sich für die Zugänglichmachung der Archive der Securitate eingesetzt. Er war einer der ersten, die Akten einsehen und darüber veröffentlichen konnten. In diesen Jahren war er als freischaffender Künstler im Film- und Fernsehgeschäft sowie zu Studienaufenthalten im Ausland tätig. Seit 2014 ist er – auf Vorschlag der PNL und von Victor Ponta berufen – Präsident des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und Rundfunks Rumäniens sowie Professor für Politikwissenschaften an der Universität Bukarest. Er hat bei den Präsidentenwahlen eine neutrale Position eingenommen und keinen der Kandidaten öffentlich unterstützt. Was können die Gründe für diese Zurückhaltung sein? Strategie? Ernsthaftigkeit? Nichtkämpfer? Am 17. November 2014, also am Tag nach den Wahlen, schrieb Tănase in seinem persönlich Blog:
„Ich glaube nicht, daß, jemand eine solche große Wahlbeteiligung erwartet hat. Dies war der wesentliche Grund welcher Ponta zerstört hat. Was hat aber Millionen Menschen bewegt ihre Häuser zu verlassen, [um an der Wahl teilzunehmen]? Der Wahlkampfmaschine der PSD schien unbesiegbar. Die PSD ist eine Partei so groß wie alle anderen zusammen. Die Wahlkampfausgaben der PSD kannten keine Grenzen. Sie waren unverhältnismäßig größer als die der ACL (Alianţa Crestin Liberală, Wahlbündnis der Christ-Liberalen). Mehrere Mannschaften haben in diesem Jahr für den Bewerber Ponta gearbeitet. Sie haben die Strategie vorbereitet, die Helfer geschult, etc. um ihm zum Sieg zu verhelfen. Nach den Skandalen von Nastase und Geoana hatte die PSD hat ein verzweifeltes Bedürfnis nach einem Sieg. Aber sie haben ihr nicht. Ein (schwacher) Bewerber, wie Dragnea sagte, um sich Mut zu machen, ohne Charisma, hat die Begeisterung der Menschen geweckt. Nun müssen wir für diese außerordentliche Niederlage Erklärungen finden. Klaus Johannis hat mit fast 10 % Stimmenvorsprung gewonnen, obwohl er nach der ersten Runde ein mit 10% dahinter lag.“

„Nu cred să se fi așteptat cineva la o prezență atît de masivă la vot. Acesta a fost secretul, elemental care l-a zdrobit pe Ponta. Dar ce a scos milioane de oameni din casă? Mașinăria electorala PSD părea de neînvins. PSD este un partid la fel de mare cît toate celelalte la un loc. Resursele cheltuite de PSD au fost nelimitate, disproporționat de mari în raport cu ACL. Mai multe echipe au lucrat în acest an pentru candidatul Ponta. Au pregătit strategia, oamenii etc. pentru a-l scoate învingător. După eșecurile cu Năstase și Geoană PSD avea nevoie disperată de victorie. Nu o are. Un candidat (slab, cum spunea Dragnea ca să își facă curaj) necharismatic, stîrnește entuziasmul electoratului. E cazul să găsim explicații acestei răsturnari extraordinare a situației. Klaus Iohanis a cîștigat cu aproape 10 puncte avans, după ce în primul tur avea un handicap de 10 puncte.

„Wenn ich recht überlege, glaube ich, daß Gestern nichts und niemand Klaus Johannis hat aufhalten können. Johannis war ein atypischer Bewerber. Institutionell ist es unmöglich ihn einzuordnen, einzuschätzen und ihn danach zu bekämpfen. Ich muß das im Folgenden erläutern: Sein großartiger Sieg ist einer Geisteshaltung, einer Unruhe und Unzufriedenheit, ja Wut des rumänischen Wahlvolkes geschuldet. Solche Dinge sind nicht vorhersehbar, dagegen kann man nichts machen. Kurz gesagt, sein Sieg ist dar Ergebnis der Entrüstung der Wähler. Es hat also nichts mit den Zweigstellen der Partei, mit dem Wahlkampf, mit den Bürgermeistern zu tun, die mit Geschenken wie Speiseöl und Maismehl an die Haustüren der Wähler klopfen, um sie zur Wahl zu rufen. Es hat auch nichts gemein mit den Propagandafeldzügen verschiedener Fernsehanstalten.“
„Dacă mă gîndesc bine cred ca nicio mașinărie politică nu l-ar fi putut opri ieri pe Iohannis. Iohannis a fost un candidat atipic. Instituțional e imposbil să îl încadrezi, să îi găsești o pătrățică și apoi să îl combați. Să mă explic. Victoria sa zdrobitoare se datorează unei stări de spirit, unei enervări, furiei electoratului românesc. Așa ceva este imprevizibil, nu il poți contracara. Pe scurt, victoria sa este rezultatul indignării electoratului. Asta nu are a face cu filialele de partid, cu staffurile de campanie, cu primarii care îți bat la poartă și te cheamă la vot, cu sticlele de ulei, pungile de mălai. Nici cu propaganda deșănțată a diverselor televiziuni etc.”

Am 10. Februar 2015 schickte Stelian Tănase einen nichtöffentlichen Brief an Klaus Johannis. Trotzdem wurde ein Teil des Inhalts durch die Presse bekannt.
„Herr Präsident, es besteht dringender Handlungsbedarf, daß Sie mit Ihrer großen Autorität eintreten, um eine der wichtigsten Institution der modernen europäischen Gesellschaft zu retten. Ich bitte Sie, in Ihren Aufgabenkatalog – sei er auch noch so voll – einen Punkt aufzunehmen: die Situation des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. […] Es ist der Zeitpunkt Entscheidungen zu treffen. Es ist der letzte Moment wo man noch eingreifen kann, um das öffentlich-rechtliche Fernsehen retten kann

Este urgent, domnule preşedinte, să interveniţi cu marea dvs autoritate pentru a salva o instituţie esenţială într-o societate europeană modernă. Vă solicit să puneţi, aşadar, pe agenda dvs, şi-aşa încărcată, un punct referitor la ce v-am scris mai sus – situaţia Televiziunii. […] E timpul să se ia măsurile care se cuvin. Este ultimul moment când se mai poate interveni pentru salvarea Televiziunii Publice.

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Andrei Cornea, Philosoph und Kunsthistoriker, ebenfalls Mitarbeiter der Zeitschrift „22“ sagt am 31.03.2015:

„Wir sind in Wirklichkeit ein Volk von Redseligen. Der Geplauder, der Klatsch, die Verleumdung, der billige Zauber, der Streit im Fernsehen haben den Rang einer nationalen Sportart. Noch schlimmer: wir sprechen unverständlich, unzusammenhängend oder vulgär – weil wir nicht denken könne und wir keine Lust haben etwas zu unternehmen. Wir glauben, daß Worte billiger sind, sie kann man verantwortungslos gebrauchen, aber sie verwischen (???) den ungeschönten Blick Bild auf unsere Situation. Ohne Zweife, wir sind Meister des Geschwätzes und – immer häufiger – unanständig und ohne Plan.“
„Suntem, ce-i drept, un popor de guralivi. Taclaua, bârfa, pălăvrăgeala, cleveteala, vrăjeala, șueta televizată sunt sporturi naționale. Mai grav: vorbim – și nu o dată dezarticulat, incontinent sau vulgar – fiindcă nu știm să gândim și ne e lene să acționăm. Cuvintele – credem – sunt ieftine, nu responsabilizează, dar cârpesc imaginea cu care camuflăm adevărul despre noi înșine. Fără îndoială, suntem maeștri ai vorbelor fără creier și – tot mai des – indecente și fără gramatică.”

Așa stând lucrurile, vrea d-l Iohannis să ne ad¬ministreze o lecție? Este tăcerea per¬sis¬ten¬¬tă a dom¬niei sale un mijloc educativ, prin care un re¬pre¬zentant al spiritului faus¬tic vrea să ne învețe pe noi, balcanicii, că „la în¬ceput a fost fapta“? În ori¬ce caz, după ce am avut un președinte nu o dată tră¬dat de spusele sale nepotrivite ca moment și ton (de¬și nu neapărat în esența lor – vezi epis¬o¬dul „Arafat“) și a cărui prezență pu¬blică și ver¬bală era năucitoare, actualul pre¬ședinte do¬rește să ne pri¬veze de aproape ori¬ce pre¬zență publică, chiar și în momente când in¬dignarea oamenilor simte ne¬voia aces¬teia. După fierbințeala Băsescu, ni se ad¬mi¬nis¬trea¬ză acum glaciațiunea Iohannis. Oare în ce fel vom supraviețui acestui șoc termic?‘‘

‘‘Also, in diese Situation, will Herr Iohannis uns ein Lektion zu geben? Ist Seine Ruhe ein geistbildend Werkzeug, durch dem ein Vertrer des faustische Geist will uns, die balaner, zu unterichten dass, ‚‘am Anfang das Tat war‘‘? Auf jeden Fall, nach ein Präsident der war nicht nur ein Mall von seinen Worter verräten (nicht in ihren Essenz – z.B. die Episode ,,Arfat‘‘) und mit seine ofentliche Presenz verwirrend, der derzeitig Präsident will uns von alle ofentliche Präsenzen berauben; auch in die Drehpunken wenn die Unwille des Menschen fuhlt seine Notwendigkeit. Nach die Hitze Basescu, jetz verwalten man uns die Vereisung Iohannis. Wie werden uns uberleben nach diese thermisches Schock?‘‘

,,Mă tem că d-l Iohannis nu are intenții di¬dactice și că, pur și simplu, ignoră senin fap¬tul că vorba și fapta nu se privesc nea¬pă¬rat de pe versanți opuși. De altminteri, pre¬ședintele nu tace decât la mo¬dul propriu; altminteri, el (sau, mai exact, echipa sa) scrie de zor pe Facebook. Anost, deși co¬rect în fond, și cu întârzieri uneori. Și când te gândești că președintele se supără pe cei care întârzie cu un minut-două la rarele întâlniri cu presa! A tre¬buit să o înghițim și pe asta: ambasadele SUA, a Marii Britanii și a Olandei să-și exprime criticile la adresa vo¬tului rușinos din Senat cu privire la ri¬di¬carea imunității lui Dan Șova cu câteva ore îna¬inte ca „prietenii“ d-ului Iohannis să-i afle opi¬nia pe Facebook. Impresia – de¬zas¬tru¬oasă – a fost că pre¬ședintele îngână pla¬ti¬tu¬dini corecte dictate de alții. Ar fi putut ameliora această impresie – pro¬ba¬bil falsă – apărând seara la televiziune într-o con¬fe¬rin¬ță de presă sau într-un interviu. N-a făcut-o.’’

Ich habe Angst dass, Herr Iohannis hat nicht didaktischen Willen und, ganz einfacht, er ubergeht dass, der Wort und die Tat nicht ab unterschiden Bergabhangen schauen sie sich. Anderenfalls, der Präsident schwieg nur in eine ordnungsgemässe Sine, ansonsten, er (oder seine Team/Mannschaft) schreibt immer an die Facebook Seite.Nichtssagend, aber korekt und gorsse Verspetungen manchmall. Und wenn denken wirr dass, der Präsident sich aufregen an die Leute die sie ein bischen spät an die seltenen Verabredungen pit die Presse angekomend sind! Wir mussten auch diese akzeptieren: die Botschaften SUA, die GrossBritanien und Nederland sich die Kritiken zu ausdrucken gegen der Senat und der schäandlich Fall Dan Sova, nur mit einige Stunde Fruh dass, die ,,Freunden‘‘ des Herr Iohannis seine Bewertung aus Facebook zu endeken. Der Eindruck – katastrofall – war dass, der Präsident grosse und richtige Ebenheiten (von andere diktierte) brummt. Er hat die Gelegenheit gehabt das Eindruck zu verbessern – vieleicht unrichtig und falsch – am Abend an die Ferhsehen erscheinen und etwas zu sagen oder eine Pressekonferenz odr ein Interview. Er hat dass nicht gemacht.”

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